Vorsorge

Einer Parodontitis kann mit einer Reihe eigener und zahnärztlicher Maßnahmen vorgebeugt werden.

1. Sorgfältige Mundpflege

Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung gegen eine Parodontitis ist die eigene sorgfältige Mundpflege.

Je gründlicher bakterielle Zahnbeläge entfernt werden, desto weniger Bakterien können sich auf den Zahnoberflächen und am Zahnfleischrand, dem Entstehungsort der Parodontitis, dauerhaft halten und zu Entzündungen führen. Schwer zugängliche Stellen wie die Zahnzwischenräume sind besonders gefährdet und mit zusätzlichen Hilfsmitteln wie Zahnseide und Interdentalbürstchen besser zu erreichen.

Spezielle Zahnbürste für die Zahnzwischenräume

Auch dann, wenn bereits eine Parodontitis festgestellt wurde, kann mit der eigenen sorgfältigen Pflege und der Wahrnehmung regelmäßiger Kontrollen dem weiteren Ausbreiten vorgebeugt werden.

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2. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

Regelmäßige zahnärztliche Kontrolle

Die Parodontitis wird von Patienten oft nicht bemerkt, weil Symptome wie Zahnfleischbluten oder Schmerzen nicht immer auftreten oder nicht eindeutig sind. Daher haben die empfohlenen halbjährlichen Vorsorgeuntersuchungen eine wichtige Bedeutung.

Dabei werden Zähne und Zahnfleisch gründlich untersucht. Bei eventuellen ersten Anzeichen einer Parodontitis, kann man in dieser frühen Phase oft schon mit Maßnahmen wie professionellen Zahnreinigungen und einer optimierten Mundpflege ein Ausbreiten der Entzündung verhindern.

Je früher Zahnfleischentzündungen und Anfangsstadien der Parodontitis erkannt werden, desto einfacher können diese Maßnahmen sein.

3. Professionelle Zahnreinigungen

Generell sind in regelmäßigen Abständen professionelle Zahnreinigungen (PZR) zu empfehlen. Dabei werden bakterielle Beläge und harte Beläge wie Zahnstein auf den Zahnoberflächen und in den Zahnzwischenräumen entfernt. Gleichzeitig wird damit die Bakterienzahl im gesamten Mund sowie das Risiko zur Entstehung von Entzündungen verringert. Anschließend werden die Zähne poliert und geglättet sowie mit einem Fluoridgel oder -lack remineralisiert.
 
Bei gesunden Zähnen und Zahnfleisch sind etwa zwei professionelle Zahnreinigungen im Jahr zu empfehlen. Bei Patienten mit einer Parodontitis sind kürzere Zeitabstände sinnvoll. Diese werden individuell auf jeden Patienten abgestimmt.

4. Rauchen weitgehend einschränken bzw. ganz aufgeben

Rauchen führt zu einer schlechteren Durchblutung des Zahnfleisches und verändert die Mundflora. Es ist damit ein bedeutender Risikofaktor für Erkrankungen des Zahnhalteapparates und jede Form von Entzündungen.

Ein Verzicht auf das Rauchen senkt das Risiko, dass sich eine Parodontitis entwickelt und kann bei einer bereits bestehenden Entzündung ein weiteres Fortschreiten verhindern. Zudem wird die Behandlung erleichtert.   

5. Symptome aufmerksam verfolgen und abklären lassen

Symptome, die auf eine Parodontitis deuten, sollten ernst genommen und durch eine zahnärztliche Kontrolluntersuchung abgeklärt werden.

Mehr Informationen: Symptome einer Parodontitis  

6. Parodontitisrisiko-Tests (Gentests)

Mithilfe von Gentests kann untersucht werden, ob bei einem Patienten eine erbliche (genetische) Veranlagung und damit ein erhöhtes Risiko zur Entstehung einer Parodontitis gegeben ist.

Die Ergebnisse des Tests können dazu dienen, die Vorsorge individuell auf den Patienten abzustimmen, zum Beispiel mit häufigeren Kontrollterminen, Zahnfleischtaschenmessung und professionellen Zahnreinigungen.